Liebe Leserinnen, liebe Leser

Lefers

Sonnenmenschen und Mondkinder

 

Sind Sie eher ein Sonnenmensch oder eher ein Mondkind? Damit meine ich jetzt nicht, ob Sie eher ein Tag- oder Nachtmensch sind. Sondern ganz schlicht: Strahlen Sie Ihr Licht eher aus sich selbst heraus – also Sonnenmensch – oder bringt Sie eher die Reflexion des Lichts Anderer zum Erstrahlen – also Mondkind?

Es gibt diejenigen, die betreten einen Raum und sofort richtet sich die Aufmerksamkeit auf sie. Ihre Ausstrahlung, ihre Aura, ihr   Charisma sind einnehmend und raum-füllend. Um sie herum wird es hell. Es kann angenehm sein, sich in ihrem Licht zu sonnen. Allerdings kann es auch furchtbar anstrengend sein: Alles blendet und es ist oft viel zu hell, um so recht zu erkennen, wer oder was wirklich dahintersteckt. Darüber hinaus ist der Druck für Sonnenmenschen oft groß, unter dem sie sich wähnen – denn was bleibt diesen Menschen, wenn ihnen die Strahlkraft abhandenkommt?

Und dann gibt es diejenigen, die bleiben eher im Verborgenen, würden sich niemals aufdrängen oder die Aufmerksamkeit an sich reißen. Bescheidenheit ist eine Tugend und so sorgen auch diese Menschen für sehr angenehme Begegnungen. Allerdings kann es auch hier anstrengend werden, wenn man kaum erkennen kann, was diese Person eigentlich wirklich will. Und nicht selten genug wünschen sich solche Menschen insgeheim doch mehr Aufmerksamkeit.

Mir gefällt die Vorstellung, dass in jedem von uns ein bisschen Sonnenmensch und ein bisschen Mondkind stecken könnte, in unterschiedlicher Ausprägung. Vielleicht gehört es auch zu unseren       Lebensaufgaben, ein gesundes Verhältnis zwischen dem Sonnenmenschen und dem Mondkind in uns zu entwickeln. Damit wir     einerseits unser Licht nicht unter den sprichwörtlichen Scheffel  stellen und andererseits auch für andere, denen es gerade düster geworden ist, hell leuchten.

Wessen ich mir jedoch sicher bin, ist das Woher unserer Strahlkraft: Gott selbst, Sonne und Schild, wie Er in Psalm 84 beschrieben wird. Voller Gnade und gibt er Ehre und Glanz seinen Kindern, uns Menschen. Lassen Sie also Ihr göttliches Licht hell strahlen, für sich selbst und für die Welt und dimmen Sie Ihr Licht gerade da ein wenig, wo das Licht der Anderen erstrahlt.

 

Ihr

Pastor Matthias Lefers