Liebe Leserinnen, liebe Leser

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Und Freitags ist keine Schule. Etliche Schüler und Schülerinnen protestieren. Für die Zukunft dieser Erde, für die Erhaltung der Umwelt, für entschiedenere Maßnahmen gegen den Klimawandel. Das Gesicht dieser Bewegung ist die junge Schwedig Greta Thunberg.

Immer wieder hört man Stimmen, die diese Art des Protests nicht gut heißen. Kinder gehören in die Schule, heißt es. Die Politik sollte ihre Aufgaben schon mit Bedacht und ohne blinden Aktionismus erledigen können.  Nicht wenige Medien ziehen diese Bewegung ins Lächerliche.

Zu Recht? Ich finde nicht. Ich finde es großartig, dass sich etliche junge Menschen für ihre Zukunft interessieren und entschieden sagen: „So kann es doch nicht weitergehen!“

Ich wünsche mir, dass noch viel mehr Menschen sich für etwas interessieren, was über den Horizont des eigenen Hauses, des Kontostandes, der Nachbarschaft – über den Horizont des „Jetzt“ und „Hier“ hinausgeht. Dass sich mehr Menschen entschieden aufregen über Missstände in der Welt. Sich nicht damit zufrieden geben, was in den Nachrichten gezeigt wird.

Menschen ertrinken im Mittelmeer? Ja, schlimm, aber wann beginnt eigentlich die neue Staffel meiner Lieblingsserie? Politiker in ganz Europa werden immer populistischer und spielen mit den Ängsten der Bevölkerung und versprechen, dass alles besser ist, wenn die Grenzen erstmal dicht sind? Ja, das muss eigentlich nicht, aber was soll ich bloß heute Mittag kochen?

Nein, keiner kann und soll alleine die ganze Welt retten. Aber jeder und jede kann den eigenen Kopf einschalten. Jeder und jede kann die eigene Stimme erheben. Für das Gute unter Menschen. Warum? Weil das schon in der Bibel eine lange Tradition hat. Propheten nennt man die, die im Namen Gottes auf politische und gesellschaftliche Missstände hinweisen.

Weil Gott das Gute will.

Nein, kein Prophet kann auch heute alleine die Welt zu einem besseren Ort machen. Aber jeder und jede kann im Kleinen anfangen. Bei sich. Im eigenen Haus. In der Nachbarschaft. Ja, auch erstmal im „Hier“ und „Jetzt“.

Das braucht manchmal Mut. Und ein dickes Fell gegen genervte Augenroller und verächtliche Schnauber. Und es braucht auch Geduld und gute Krafteinteilung, damit die eigene Liebe, Sanftmut und die offenen Ohren nicht auf der Strecke bleiben. Aber – Gott ist ja da. Er hat es versprochen: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (1. Timotheus 1,7)

 

Matthias Lefers