Herzlich Willkommen.

AKTUELLE INFORMATION

Am Sonntag, 25.10.2020 findet um 10 Uhr wieder ein Gottesdienst in der Kirche Neermoorpolder statt. Es sind noch ausreichend Plätze in der Kirche vorhanden, so dass man aller Voraussicht nach auch spontan am Sonntag morgen gute Chancen am GoDi teilzunehmen. (Und sollten tatsächlich viel zu viele Menschen kommen, wird um 11 Uhr eine zweite Gottesdienstfeier stattfinden.) Insofern: Herzlich willkommen!

 

 

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Liebe Leserin, lieber Leser. Ein Wort, das man in diesem bald ausklingenden Jahr auch immer wieder gehört hat, war das Wort „Verschwörungstheorie“. Gerade im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie meinten nicht wenige, dass das doch alles nicht mit rechten Dingen zugehen könne. Und um eine Erklärung für das ganze Geschehen zu erhalten, breiteten sich im Internet etliche Theorien aus, die das ganze in einen Zusammenhang setzen sollten. Mich persönlich überzeugt das nicht. Das Meiste, was ich dazu im Internet gelesen habe, empfand ich als krude, an den Haaren herbei gezogen und vor allem nicht durch stichhaltige und nachvollziehbare Argumente belegt. Aber gerade das macht natürlich das Wesen von Verschwörungstheorien aus. Wären sie stichhaltig belegbar, wären sie ja keine Verschwörungstheorien mehr.

Eine der bekanntesten „Verschwörungstheorien“, der ich aus fester Überzeugung anhänge, hat mit der Geburt eines Babys zu tun. Allerdings war das keine normale Geburt. Die Mutter, noch sehr jung, zum ersten Mal schwanger. Mit ihrem Verlobten hatte sie bis dahin noch keinen körperlichen Verkehr gehabt. Dennoch war sie schwanger. Fernab ihrer Heimat bekam sie das Kind in einem kleinen Stall irgendwo in der Nähe eines kleinen Ortes. Sie war dort mit ihrem Verlobten angereist, weil die Mächtigen mal wieder etwas bestimmt hatten, weswegen die einfachen Leute gezwungen gewesen waren, in ihre Geburtsheimat zu reisen. So also auch der Mann mit seiner schwangeren Verlobten. Dort angekommen waren allerdings alle Plätze in Pensionen und Gästehäusern belegt, so dass sie eben nur in einem einfachen Stall Unterschlupf fanden. Als das Kind des Nachts zur Welt kam, passten in der Nähe gerade einige Schäfer zur Nachtschicht auf die Herde auf. Plötzlich sahen sie aber ein helles Licht und hörten wunderschöne Stimmen. Obwohl sie große Angst hatten, hörten sie immer wieder: „Habt keine Angst! Euch ist heut der Heiland geboren. Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden bei den Menschen, die er über alles liebhat!“

Ja, auch das Weihnachtswunder lässt sich nicht belegen. Lässt sich nicht beweisen. Ist es deshalb auch nur eine weitere krude Theorie? Womöglich. Aber für mich sind zwei Unterschiede ganz wichtig, die man zu allen gängigen Verschwörungstheorien der Gegenwart findet. 1. Das Wunder hier ist von Gott gemacht und gewollt. Da haben sich eben keine Menschen irgendwie heimlich abgesprochen oder so. 2. Das Wunder ist etwas Gutes, Schönes, Positives; etwas, was den Menschen zu Gute kommt. Es geht um Heil und Frieden und darum, sich nicht mehr zu fürchten.

Es wird hell. Ganz im Gegensatz zu gängigen Verschwörungstheorien: Hier wird mit der Angst der Menschen gespielt, sie bewusst noch vergrößert. Es geht um Misstrauen und Verunsicherung. Es bleibt dunkel. Ich glaube mit ganzem Herzen lieber an eine Theorie, die hoffnungsfroh ist und die mir deutlich sagt: Hab keine Angst. Es wird besser. Und darum danke ich Gott für diese wunderbare Geburt und suche den Weg in das Licht…

Mit den besten Wünschen für ein gesegnetes Weihnachtsfest und für das neue Jahr,

Ihr/Euer Pastor Matthias Lefers

 

 

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser.

 

Für jeden Monat gibt es so einen Bibelvers, ähnlich der Tageslosung. Für Oktober kommt der Vers aus dem Prophetenbuch Jeremia, aus Kapitel 29, Vers 7: „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s euch auch wohl.“

 

Im Zusammenhang hat Jeremia seinen Leuten geschrieben, um ihnen Mut zu machen und damit auch auf bisher unbekannte Wege zu führen. Einige Zeit zuvor nämlich hatten die Babylonier das Reich Israel besiegt und viele Menschen aus ihrer Heimat entführt und nach Babel verschleppt, so dass sich in dem eroberten Reich Israel ja kein Widerstand bilden sollte. Es war für die Deportierten alles anders: Eine andere Kultur, eine andere Religion, kurzum ein ganz anderes Leben, das sie eigentlich ablehnten. Was sollten sie tun?

 

Und hier gibt Jeremia, der Prophet, eigentlich einen recht pragmatischen Rat: Betet für die Stadt, in der ihr jetzt lebt und tut, was ihr könnt, um zum Wohl dieser Stadt beizutragen. Und durchaus eigennützig gedacht: Denn wenn es der Stadt gut geht, dann geht es euch auch gut.

Aber Jeremia mahnt in dem Kapitel auch zur Vorsicht: Bleibt euch treu. Übernehmt nicht einfach den Lebensstil und die Kultur und die Religionen mit den vielen Göttern, die ihr dort Tag für Tag vor euren Augen habt.

 

In diesem Jahr packt mich Jeremias Rat wesentlich stärker als sonst schon: Für die eigene Stadt zu beten – also für den Ort, an dem sich das alltägliche Leben abspielt, ist mir aufgrund der Situation näher als in der Vergangenheit. Dabei geht es nicht nur um die Pandemie. Sondern auch z.B. wie in der Gesellschaft mit den Einschränkungen umgegangen wird. Da gibt es die, die sich eisern an die Regeln halten, die allen auferlegt wurden. Da gibt es die, die das alles für Quatsch halten und einfach ihre bisher als selbstverständlich erlebte Freiheit wiederhaben wollen. Und manchmal atmet so ein unversöhnlicher Geist der Konfrontation zwischen „diesen“ und „jenen“. Anstatt aufeinander zu hören und einander zu fragen und zu versuchen die Argumente des anderen zu verstehen, wird einfach laut geschrien. Und wer am lautesten ist, hat am Ende recht? Nee, da mach ich nicht mit.

 

Da schweig ich lieber und bete still für meine Stadt, mein Land, meine Welt und hoffe, dass es ihnen damit vielleicht wirklich ein bisschen besser geht. Und wenn mir die Stille manchmal dann doch die Kehle zuschnürt, schaue ich einfach auf das Wort, das für den November ausgewählt wurde. Es stammt ebenfalls von Jeremia. Zwei Kapitel später prophezeit er den Ratlosen, Suchenden und Verzweifelten.  „Gott spricht: Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten.“

 

Herzlich, Ihr/Euer Pastor Matthias Lefers